Die Chance in Deutschland nutzen

Pflegekräfte aus Italien unterstützen das Team des EVK Münster

Internationalität im Krankenhaus im Kreuzviertel – die Pflege des Ev. Krankenhauses Johannisstift Münster (EVK) wird seit Anfang April durch italienische Pflegekräfte unterstützt. Die Schwestern Ornella und Chiara Cavallaro aus Sizilien haben die rund 2.000km Weg auf sich genommen, um in Münster zu arbeiten. „Wir sind sehr aufgeregt aber wollen die Chance in Deutschland nutzen“, freuen sich die Beiden auf ihre Zukunft in Münster. Denn aufgrund der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in Italien, finden viele Pflegekräfte keinen Job. In Deutschland dagegen werden die Fachkräfte umso dringender benötigt. „Wir am EVK stehen in der Pflege personell nicht mit dem Rücken zur Wand – beispielsweise für unsere neue Intensivstation konnten wir direkt alle Pflegestellen besetzen“, weiß Pflegedirektor Dirk Böwer. „Aber deutschlandweit geht der Bedarf ausgebildeter Pflegekräfte über das Angebot an Bewerbern weit hinaus und auch wir müssen für die Zukunft vorsorgen. Die italienischen Kolleginnen sind ein Schritt in diese Richtung.“

Im Gegensatz zur Ausbildung in Deutschland führt in Italien ein dreijähriges Bachelor-Studium zum Pflege-Abschluss. „Italienische Pflegekräfte sind daher sowohl theoretisch aber auch praktisch gut ausgebildet“, weiß Böwer. „Nichtdestotrotz gibt es einige Unterschiede zum deutschen Berufsbild.“ Zunächst arbeiten die Italienerinnen daher als Krankenpflegehelferin auf den Stationen und lernen in den kommenden Wochen von ihren deutschen Kollegen am EVK. „Uns ist wichtig, dass die neuen Kolleginnen freundlich aufgenommen werden und wir sie bei der Integration unterstützen“, betont der Pflegedirektor. Daher stehen Ornella und Chiara jeweils Mentoren vom Pflege-Team zur Seite, der ihnen die Arbeitsabläufe im EVK aber auch die ein oder andere Gepflogenheit der westfälischen Kultur näherbringt. In ein paar Monaten wird dann im Rahmen einer Gleichwertigkeitsprüfung sowohl die fachliche als auch die sprachliche Qualifikation der italienischen Pflegerinnen geprüft. Erst danach dürfen sie sich Gesundheits- und Krankenpflegerinnen nennen.

Zur Vorbereitung auf ihren neuen Arbeitsplatz haben die Schwestern bereits in Italien einen Intensivsprachkurs absolviert. Auch in Münster steht Deutsch weiter auf dem Stundenplan. „Wir müssen ja Fachbegriffe als auch die Verständigung mit den Patienten lernen“, erzählen Ornella und Chiara. Für die Suche ausländischer Bewerber arbeitet das EVK mit einem italienischen Dozenten für Germanistik zusammen, der sich für die Valeo-Kliniken GmbH auf die Vermittlung von Pflegekräften spezialisiert hat. Der geprüfte Übersetzer betreut die Sprachkurse in Italien und begleitet die Pflegekräfte auch nach dem Umzug in Münster.

Foto: (v.l.) Chiara und Ornella Cavallaro mit ihren Mentoren Marius Wilkmann und Ingrid Schröder (l.)

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